Wer kennt das nicht: Du stehst an der Bar eines Nachtclubs, nippst an deiner Cola – für etwas mit Schuss ist dir das Geld zu schade – und überlegst schon, ob du zu Fuss nach Hause gehst, oder doch lieber ein Taxi nimmst. Obwohl dein Stimmungsbarometer in etwa auf der Höhe eines Tiefseetauchers ist und du ausgeschlossen hast, dass ein Dreier mit Jack und Johnny, ausser Schädelbrummen am nächsten Tag, nichts bewirken wird, hindert dich trotzdem etwas daran, als Erste nach Hause zu gehen. Ausser dir denkt sowieso noch niemand nur im Geringsten daran - fünfhundert Jahre Freitag will ja auch gefeiert werden. Tja der gekonnte Abgang ist definitiv eine Kunst - zu Recht. Im Normalfall, ist es ja auch ein langer Weg für die Botschaft „bloss raus hier“ vom Kopf bis zu den Füssen, und in der Zwischenzeit steht man sich gerne selbst im Weg. Ich kenne mich da aus, denn ich bin Profi im nicht nach Hause gehen, aber schon lange wollen. Ich bleibe lieber sitzen und denke mir aus, was ich morgen alles erledigen könnte, wenn ich jetzt und genau jetzt gehe. Bekanntlich ist ja Einsicht der erste Schritt zur Besserung – und Tschüss!
Mittwoch, 9. September 2009
Die Kunst des gekonnten Abgangs
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