Fliegen war noch nie meine Lieblingsbeschäftigung, obwohl ich als Kind oft geflogen bin. Zwar nicht in die Ferien jedoch über Stühle, Spielzeug, in Türen, auf meine Füsse, auf die Fresse. Ich könnte mir vorstellen, dass dort die Wurzeln meiner Flugangst liegen. Schliesslich war Fliegen bisher meist mit einer Bruchlandung verbunden. Wieso soll ich mich also in einen Flieger setzen, der sowieso abstürzt, und das noch freiwillig? Ich weiss, dass in der Statistik Tod durch eine Kokosnuss wahrscheinlicher ist, als durch einen Flugzeugabsturz. Aber um von einer Kokosnuss erschlagen werden zu können, muss ich zuerst fliegen, weil die Viecher hier dummerweise nicht wachsen wollen wie zum Beispiel Kastanien, die zwar auch ein gewisses Gewicht haben, aber nicht mein Ableben verursachen können. Ich trage also mit einem Flug zur Kokosnuss ein doppeltes Risiko, ergo die Statistik kann mich mal.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will ist, in zwei Tagen fliege ich wieder und diesmal wohin, und nicht wodrauf. Ich gehe auf den Abschlusstrip mit dem Studium. So schnell mal eine Woche Thailand mit eintägigem Zwischenstopp in Dubai ist angesagt. Tourismus Studenten haben es schon schön. Meine Grossmutter würde jetzt sagen: „Auso zu üsere Zyt si mr is Ämmitau ga brätle, flüge hei mr üs gar nid chönne leischte, s isch auso scho nümm s glichä.“ Ich mir auch nicht, Grosi, aber der Trip nach Thailand ist obligatorisch. Ich muss also mit – schön doof.
Meine anerzogene Flugangst hätte ich übrigens locker in den Griff bekommen, wären da nicht die Vorlesungen der letzten beiden Wochen gewesen. Thema: Krisenmanagement von Airlines. Auf diesem Weg noch ein grosses Dankeschön an die Modulleitung. Schöne Bilder und Videomaterial haben Sie uns da gezeigt, nur doof dass Ihre Statistiken in unserer subjektiven Wahrnehmung danach leider nicht mehr so viel zu sagen hatten. Wie auch immer, ich werds überleben, so oder so, entweder one step further oder six feet under.
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